Nach langer Zeit mal wieder fremde Gedanken zur Nacht. Diesmal formuliert von zwei Teilnehmern im Publikum der Buchvorstellung „Digitale Demokratie – Alles auf Anfang!“ in der Böll-Stiftung.
I don’t want to be governed by nerds.
Ja, wirklich! Und jemand fand es so treffend, dass er es noch gleich nochmal wiederholen musste. Anscheinend ist Nerd das neue „Körnerfresser“.
Mist, anscheinend ist jetzt doch nach außen gedrungen, dass wir die WeltRealweltherrschaft anstreben. Auch unser geschickt gefahrenes Ablenkungsmanöver „Liquid Democracy“ wirkt hier anscheinend nicht.
Was soll denn auch so ein Technikbrimboriumsdingens bringen? Tja, wenn wir den letzten oberbayerischen SPD-Ortsverein dazu bringen es zu benutzen, dann könnte es vielleicht doch was Sinnvolles sein…Die Frage ist nur: was soll dieser Ortsverein damit machen? Könnte es sein, dass man Liquid Democracy hier schlichtweg nicht verstanden hat?
Zum Mitschreiben: Liquid Democracy ist kein Tool, sondern ein Demokratiemodell. Es bringt dem durchaus engagierten Orstverein wenig, solange seine Parteisatzung nicht die Einbeziehung von direkter Demokratie vorsieht, sondern das konventionelle Delegierten-System. That’s the point.
P.S. Ich wüsste auch so einige Leute, von denen ich nicht regiert werden möchte (einige tun es trotzdem), allerdings würde ich hier wirklich nicht gesamte Berufs- oder Milieugruppen verurteilen. Hm, obwohl…vielleicht doch…BWLer?
Nachtrag (10.04.10): Eine feine, hörbare Liquid-Democracy-Einführung gibt’s als Folge 6 der Klabautercasts.