Wieviel Prozent dürfen es denn sein?

Veröffentlicht am 18. August 2009 von Zenga in Zenga

Zur Zeit geistern ja Zahlen von 6% und sogar 11% für die Piratenpartei durchs Web.  Zahlen, denen ich nicht wirklich über den Weg traue.

Die 6% kommen von einer Umfrage, die Cicero bei Emnid in Auftrag gab. Klingt soweit ja auch vollkommen seriös, nur was genau hat denn Cicero gefragt? Nicht, werden Sie die Piraten wählen, sondern können Sie sich vorstellen, die Piratenpartei wählen. Die Umfrage beschreibt also lediglich das Potential (welches m.E. – die Umfrage ist von Juli – inzwischen viel höher ist) der Partei, aber noch lange keine direkte Wahlabsicht!

Änlich sieht es mit den 11% von LifeGen aus. Dort steht gleich als erster Satz According to an IP based analysis (Nach einer IP-basierten Analyse), also eigentlich ein Wunder, das nicht Ergebnisse a la StudiVZ oder Xing entstanden sind.

Da ich hier aber nicht unnötig die Piratenpartei bashen will (ich hoffe ja auch auf mindestens 5%), habe ich mal versucht, anhand der aktuellen Wahlumfragen ein Ergebnis für die Piraten herauszulesen. Die Piratenpartei versteckt sich ja neben anderen viel kleineren Parteien unter den Sonstigen. An Hand der Ergebnisse der Bundestagswahl 2005 habe ich mal versucht, ein Ergebnis für die Piraten herauszuorakeln.

Zu erst kann man feststellen, das bei den Umfragen zur Bundestagswahl 2005 sich die Prozentzahlen für die sonstigen Parteien etwa bei 2,5-3% bewegten. Die aktuellen Umfragen dagegen melden für Sonstige zwischen 4% und 6%! Also gut eine Verdopplung!

Müssen wir also nun versuchen, die restlichen kleinen Parteien rauzurechnen. Dazu verwende ich die oben genannten Ergebnisse der Wahl von 2005. Rechtsradikale Parteien haben in etwa 2% erzielt, der Rest (ohne die Grauen) ergeben zusammen ca. 1% (alles grob geschätzt). Bleiben also für die Piraten 1%-3% übrig, was sich wiederum recht gut mit der Handelsblatt-Umfrage deckt.

Das klingt natürlich jetzt etwas ernüchternd. Allerdings sollte man zwei Dinge bedenken:  Zum einen erreichten die Sonstigen bei der Bundestagswahl  3,9% stimmten, also deutlich mehr als als die Umfragen vorhersagten und zum anderen sind Umfragen nach  diese  Seite, besonders bei kleinen Parteien nicht wirklich glaubwürdig. Da werden nämlich nach herzenslust Stimmen gewichtet, was dann nicht mehr viel mit den eigentlichen Ergebnissen zu tun hat.

Also nicht unterkriegen lassen, weiter wahlkämpfen und das Piraten-Potential voll ausschöpfen!

Kommentare
  1. Nic sagt:

    Hi AusPankow,

    Du warst ja richtig fleißig! Ein guter Artikel ist Dir da aus der Tatstatur geklappert.

  2. [...] Wieviel Prozent dürfen es denn sein? [...]

  3. Christian sagt:

    Hallo,

    danke für das Zurückholen auf den Boden der Tatsachen ;) Ich denke auch dass man nicht zu viel mit (großen) Zahlen jonglieren sollte.

    Ich finde die 2-3% durchaus realistisch.

    Dann gibt es aber da noch die Hoffnung dass die Piraten in den ganzen Telefon-Umfragen, die ja repräsentativ sein sollen, unterrepräsentiert sind weil viele von ihnen keinen Festnetz-Anschluss haben und / oder nicht im Telefonbuch stehen – wegen des erhöhten Datenschutzbewusstseins.

    So eine Überlegung würde ich aber nicht in Zahlen ausdrücken wollen sondern sollte nur der Vollständigkeit halber mal erwähnt werden :)

    Außerdem ein schöner Artikel, dankeschön!

    Christian

  4. Matthias sagt:

    Guter Artikel. Einen Link mit Umfragen habe ich gefunden, wo die Piraten nicht unter Sonstiges abgehandelt werden:
    http://tinyurl.com/ld2cgl Dort werden die Piraten im August mit 2,4% gehandelt.

    • PI sagt:

      Danke für den Link, die Seite kannte ich noch garnicht. Die scheinen dem Disclaimer nach wohl ein ähnliches Verfahren wie angewandt zu haben, allerdings mit “mehrenden tausend Faktoren” ;-)

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